Vom Ueberfall zur Traumhochzeit!

01.-17.02.2013 Kenia (Tiwi-Beach, Chale Island und Ukunda)


Nachdem wir Elli am Nachmittag am Flughafen ablieferten, deckten wir uns in der Stadt noch mit Obst, Gemuese und sonstigen Lebensmitteln ein, da man am Tiwi-Beach ansonsten an die Strandverkaeufer angewiesen ist…

Doch wer uns kennt weiss, dass wir in der Zeitplanung nicht die besten sind, und so lief uns auch diesmal die Zeit davon und wir kamen erst im Dunkeln aus der Stadt raus.

Fuer das Stueckchen von der Hauptstrasse zum Tiwi-Beach (ca.4km) gibts keine Oeffis mehr und so nahmen uns Alex und ich gemeinsam ein Motorrad, welches uns samt Fahrer zum Strand bringen sollte. Als wir auf dem Weg dorthin noch wo stoppen wollten, um unseren Wasserkanister aufzufuellen, hoerte ich, das Alex, der hinter mir am Motorrad sass, einen lauten Schrei ausstiess. Jemand hielt ihm von hinten ein Messer an den Hals und wollte uns ausrauben….

Ich vernahm in diesem Moment nur Gefahr und sprang instinktiv vom Motorrad, welches auch gleich danach zu Boden fiel und brachte mich etwas aus der Gefahrenzone indem ich zu laufen begann. Alex konnte das Messer von sich abwenden und wollte den Taeter noch zu Boden zwingen, als er merkte das dieser Verstaerkung erhielt. Kurzerhand entschloss nun auch Alex die Flucht zu ergreifen und schrie mir noch nach: “Renn!!!!"

Waehrend einer der beiden beim Motorrad blieb, rannte uns der andere nach und entschied sich bald mich als sein bevorzugtes Ziel zu waehlen. Weiss Gott warum, aber er konnte mich nicht einholen und ich schaffte es ca. 1/2km lang vor ihm zu bleiben, bis uns ein Auto entgegenkam, welches ihm den Weg abschnitt und die Insassen mich sofort retteten indem sie mich zu ihnen ins Auto zogen! Der Uebeltaeter verschwand sofort im Busch in der Dunkelheit, und Alex, der auch nur einen Kratzer abbekommen hatte, sass auch sogleich im Auto welches uns nach diesem Schreck zu unserer Herberge chauffierte. Die Angestellten eines nahegelegenen Hotels waren unsere Retter, die gerade von ihrer Schicht nach Hause fuhren und uns aus dieser misslichen Lage befreiten. Sie beruhigten uns als mein Herz noch grosse Spruenge machte, hiessen uns trotzdem herzlich in Kenia willkommen und erklaerten uns, dass dies hier ein gefaehrliches Gebiet sei, und das des oefteren Leute hier ausgeraubt werden… 

 

Da wir unser Zelt den ganzen Tag alleine liessen dachten wir es waere klug all unsere Wertgegenstaende angefangen von Bargeld, Dollar Euro ueber die Kameras und Paesse bis zu unserer Bankomatkarte bei uns zu tragen. Deswegen waere ein stellen und einfach alles geben was man dabei hat (was ja normalerweise die kluegere Variante waere) diesmal fuer uns undenkbar gewesen…

Naja, da hatten wir ja wieder einmal fleissige Schutzengel, und fuer uns wars ein guter Warnschuss, dass es doch was anderes ist mit Rucksack zu reisen, wo jeder weiss dass du dein gesamtes Hab und Gut bei dir traegst, als mit dem Auto, wo wir eigentlich nie mit viel Wertgegenstaenden zu Fuss unterwegs waren.

Wir werden also ab nun aufmerksamer sein und mit unseren Wertgegenstaenden nur noch unter Tags reisen (zumindest in den touristischen Gegenden!)

 

Wir hatten uns vom 1. Schock jedoch auch schnell wieder erholt und unser Strandleben konnte fortgesetzt werden. Also Feuerholz sammeln, Essen beschaffen, Feuer machen, kochen, Wasser pumpen, Waesche waschen, Brot backen, Essen vor Affen verteidigen….. und natuerlich viel mit den anderen Campinggaesten und reisenden quatschen – damit war im grossen und ganzen der Tagesablauf gefuellt und in den naechsten 2 Wochen in denen wir hier auf Tanja und Jespers Hochzeit warteten konnte jeder dieser Punkte perfektioniert werden.


Unser bescheidenes zu Hause
Unser bescheidenes zu Hause
gemeinsames Kochen mit 2 Malaisianern
gemeinsames Kochen mit 2 Malaisianern
diese Eidechse, die in unserer Kueche wohnte, versuchte sich nur zu bedienen wenn Magdi alleine war
diese Eidechse, die in unserer Kueche wohnte, versuchte sich nur zu bedienen wenn Magdi alleine war
Sonnenaufgang im Wohnzimmer
Sonnenaufgang im Wohnzimmer

Bei Stefan und Angie, 2 Schweizer die wir in Mosambik getroffen hatten, und die hier in Diani-Beach ein Zimmer haben, welches sie mehrmals im Jahr mieten, starten wir einen Ueberraschungsbesuch! Und wir haben Glueck! Sie sind gerade 3 Wochen auf Urlaub hier bevor sie fuer 2 Jahre nach Singapur gehen, wo Stefan ein Jobangebot hat…. Auch hier gibts natuerlich viel zu erzaehlen und die Freude sich wieder zu sehen ist auf beiden Seiten sehr gross.

 

Die Hochzeit von Tanja und Jesper rueckt immer naeher und wir freuen uns schon sehr darauf die beiden wieder zu sehen und so koennen wir es kaum erwarten als sie uns am Dienstag von Ukunda, einem kleinen Dorf Naehe Diani wo wir noch fuer unser Hochzeitsoutfit shoppen mussten, abholen und zu ihrer Villa die sie am Tiwi-Beach gemietet haben mitnehmen.

Die Villa war der Wahnsinn. Wirkt fast wie eine komplette Hotelanlage die gemietet wurde, mit Pool und Whirlpool mit Blick aufs Meer, 3 Angestellte von den en man bekocht wird, usw. Doch wir genossen am meisten die Gesellschaft von Tanja und Jesper mit denen wir aus dem erzaehlen fast nicht mehr rauskamen.

In 2 Tagen reisen die meisten der Hochzeitsgaeste, welche im Hotel daneben einquartiert sind, an, und so nutzen Tanja und Jesper die Villa nicht nur als Platz an dem sich ihre Eltern erstmals kennenlernen koennen, sondern auch als Treffpunkt fuer die ca. 40 Hochzeitsgaeste.

Am Montag drauf gehts dann mit allen Hochzeitsgaesten auf Chale-Island wo am Dienstag die Hochzeit stattfindet.


Ich war ja noch nicht auf sehr vielen Hochzeiten, aber diese ist wirklich schwer zu toppen! Es wurden sowohl alle Prinzessinnen-Traeume erfuellt (weisses wunderschoenes Kleid, weisser Sandstrand, blaues Meer, Traumwetter,….) als auch kam der persoenliche Part nicht zu kurz. So musste bei den Ehegeluepten der beiden nicht nur ich viele Traenen vergiessen.

Nach der Hochzeit verbrachte die gesamte Hochzeitsgesellschaft noch einen Tag zum ausklingen auf der Luxusinsel Chale, bevors am Donnerstag fuer die meisten auf eine Safaritour geht und fuer uns wieder zurueck nach Ukunda, wo ich nun sitze und fuer euch diesen Blog in die Tasten klopfe, und Alex und ich unsere Weiterreise nach Aethiopien planen.

Liebste Gruesse aus Ukunda!

 

Magdi und Alex

 

 


Safari (Gaense-)hautnah!

26.01.-01.02.2013 Kenia: Taveta-Mombasa

 

Nachdem wir die wie immer unkomplizierte Grenze passiert hatten landeten wir im 1 groesseren Dorf/Stadt in Kenia namens Taveta. Von hier aus wollen wir morgen auch unsere Safari starten und brauchen dazu noch ein passendes Auto das wir uns leihen koennen um in den ca. 50km entfernten Nationalpark “Tsavo West” und wieder retour zu kommen.

Wir sprachen einige einheimische Autobesitzer an, aber es war gar nicht so einfach ein Auto ausfindig zu machen, welches wir schon am naechsten Tag leihen konnten. Ist ja klar, ich wuerde so einen wertvollen Besitz auch nicht einfach so fremden Leuten ueberlassen…

Doch schlussendlich fanden wir doch noch jemanden der uns einen blauen Pick-up fuer Morgen lieh unter der Bedingung, dass wir seinen Fahrer zumindest mitnehmen um sicherzustellen dass das Auto unversehrt zurueckkommt.


Unser Safarigefaehrt:Toyota Heliux mit -ohne Allrad
Unser Safarigefaehrt:Toyota Heliux mit -ohne Allrad

Also machten wir uns am Morgen des naechsten Tages auf um mit dem Allrad-Pickup Tiere beobachten zu fahren. Bis zum Nationalpark wars eine ganz schoene Rumpelpiste und da uns die Herren nette Sitzplaetze auf der Ladeflaeche arrangiert hatten namen Elli und ich auf den Staubpisten draussen Platz. Dies ist natuerlich auch der allgegenwaertigen sehr genau-arbeitenden kenianischen Polizei aufgefallen und so kontrollierten sie anstatt zu sehen, ob die Sitze auf der Ladeflaeche auch gut befestigt waren oder ob wir angeschnallt waren nur, ob Elli und ich einen Mundschutz gegen den aufgewirbelten Staub trugen….. Doch mit ein paar netten Worten auf Kiswahili waren sie schnell zufriedengestellt und die Fahrt konnte weitergehen.

Beim Nationalparkeingang angekommen gabs erst mal einen kleinen Rueckschlag. Der Eintritt sollte 65Dollar pro Person kosten. Damit hatten wir nicht gerechnet und ehrlich gesagt lag dies etwas ausserhalb unseres Budgets. Nach einem laengeren Gespraech mit dem Parkwaechter konnten wir jedoch verhandeln, dass wir nur Studentenpreise zahlen muessen welche sich auf 30Dollar pro Person beschraenkten. Gluecklich und zufrieden konnte also unser Safaritag weitergehen.

Den Fahrer des Autos liessen wir am Eingang zurueck, da wir offiziell im Park nicht auf der Ladeflaeche Platz nehmen duerfen und nur 3 Sitzplaetze im Inneren des Autos vorhanden sind. Gleich zu Beginn fuhren wir einen Weg namens “Lions Loop”, und obwohl Alex und ich auf der ganzen vorherigen Reise nur Loewen gesehen hatten, wenn sie uns gezeigt wurden oder wenn sie verletzt am Strassenrand lagen, hatten wir mit Elli gleich in den ersten Minuten im Park das Glueck 3 Loewenweibchen davonlaufen zu sehen. Wahnsinn!!! Jetzt aber schnell, Elli und ich sprangen auf die Ladeflaeche um uns besseren Ausblick auf mehr Loewen zu verschaffen, und es dauerte nicht lange, da sahen wir schon 2 Maennchen mit maechtiger schwarzer Maehne nur wenige Meter neben der Strasse stehen. Als wir Alex Bescheid gaben, dass wir Loewen sehen konnten, fuhr dieser zwar langsamer, blieb jedoch noch nicht stehen, da er sie nicht erblicken konnte, weil die Buschreihe neben der Strasse zu hoch war, als dass er druebersehen konnte. Die beiden Loewenmaennchen verfolgten uns also im Schritttempo, bis Alex das Auto endlich stoppte. Die beiden Loewen stoppten auch und mit einem lauten Bruellen gaben sie uns zu verstehen, dass wir hier in ihrem Revier nicht wirklich erwuenscht sind.

Geschockt und voller Adrenalin handelte ich instinktiv und gab mir und Elli das Kommando sofort ins Auto zu springen. Dies funktionierte auch einwandfrei. Und die Loewenmaennchen verschwanden in die selbe Richtung wie die Weibchen zuvor. Leider haben wir von diesem Erlebnis keine Bilder gemacht, aber in meinem Kopf wird das Bild der nur wenige Meter entfernten, laut bruellenden Loewenmaennchen noch lange gespeichert sein…


Der Rest der Safari war verglichen zu diesem Erlebnis eher unspektakulaer. Wir sahen jedoch trotzdem viele Tiere, wobei sich Elli das Auto nicht mehr wriklich zu verlassen traute…!


Am Abend kehrten wir muede nach Taveta zurueck um am naechsten Tag nach Mombasa aufzubrechen. Nachdem wir das letzte Mal hier in Taveta in einem lokalen Restaurant gespeist hatten (durchschnittlich 4 Euro fuer 3 Personen und alle waren mehr als satt). Betreten wir 1 mal mehr einen der etwas groesseren Busse Afrikas. Bis Voi (ca.110km) waren wir sicher, denn die Strassen waren sehr schlecht und selbst Fahrer dieser Busse muessen sehr konzentriert und vorsichtig fahren. Und wir hatten Glueck, denn selbst von Voi bis Mombasa (ca.155km) fuhr unser Bus verhaeltnismaessig sehr vorausschauend und nicht allzu schnell. In Mombasa angekommen machten wir uns mit weiteren Oeffis auf den Weg Richtung Diani-Beach, der ca. 20km suedlich von Mombasa liegt, und Ziel vieler Touristen ist. Hier sollte Elli die letzten Tage ihres Urlaubes ausspannen….

Doch nicht zu frueh gefreut! In Diani-Beach konnten wir auf Anhieb nicht wirklich eine nette Unterkunft finden, und da wir von unserer letzten Reise etwas verwoehnt von der Twiga-Lodge sind welche sich nur 4-5km entfernt am Tiwi-Beach befindet und wo man fuer 3 Euro pro Nacht campen kann, beschlossen wir am naechsten Morgen alles wieder zusammen zu packen, und nach ein paar erledigten Einkaeufen die paar Kilometer wieder nordwaerts zur Twiga Lodge zu fahren! Aber hier darf Elli nun wirklich ihre letzten 3 Tage entspannen!

Traumstrand Tiwi-Beach
Traumstrand Tiwi-Beach
die diebische Affenbande klaute sogar unser Waschpulver
die diebische Affenbande klaute sogar unser Waschpulver

Wir sammelten unser Feuerholz, kochten unser Fruehstueck und Abendessen selbst am Feuer, backten Brot liessen Elli’s Haare machen und Elli verhandelte immer wieder mal mit den zahlreichen Strandverkaeufern um die verschiedensten Souvenirs! So wurde uns bis Freitag, wo wir Elli zum Flughafen begleiteten auch nie langweilig, und wir hatten einen schoenen Ausklang der 2 actionreichen Wochen!

Haare flechten
Haare flechten
am Lagerfeuer selbstgebackenes Topfbrot
am Lagerfeuer selbstgebackenes Topfbrot

Liebste Gruesse aus Kenia!


Magdi, Alex und Elli!

 


Bye, bye Elli!!
Bye, bye Elli!!

 

 

 

 

 

 

Huehner und Ziegen statt Blumen und Wein!

20.-26.01.2013 Tansania(Arusha-Mbulu-Arusha)

 

Nach 1 1/2 Tagen anstrengender Busfahrt durften wir Elli Nahe Arusha am Kilimanjaro-Airport in die Arme schliessen. Die arme sah genauso fertig aus wie wir uns nach unserem Flug fuehlten! Nichts desto trotz beginnen wir schon heute mit unserem Programm in Arusha. Elli ist ja immerhin nur 11 Tage mit uns unterwegs…

richtig K.O. war unsere Elli
richtig K.O. war unsere Elli

Also gehts nach einem kurzen Ankomm-Drink weiter zu Susi, Mau’s (Ex-?) Freundin, die wir beim nach Hause fahren, in Lushoto, als sie noch studierte, kennenlernen durften. Sie ist nun schon fertig mit dem Studium und wohnt gemeinsam mit ihrem 2 jaehrigem Sohn, bis sie einen Job von der Regierung als Lehrerin zugeteilt bekommt, wieder bei ihrer Mutter. Da Susi, als sie noch studierte fuer afrikanische Verhaeltnisse auf grossem Fuss lebte waren wir sehr ueberrascht aber total begeistert von ihrem Elternhaus. Wollten Alex und ich uns in Afrika eine Existenz aufbauen so haetten wir wahrscheinlich genau nach so einem “Sacherl” gesucht. Sehr einfach und bescheiden, ohne Strom, mit wenigen Tieren und ein paar Feldern, gerade so, dass sie die meisten ihrer Lebensmittel selbst produzieren koennen und nur hauptsaechlich Salz und Zucker kaufen muessen. Susi’s Mutter, obwohl sie sehr traurig wirkte hatte noch sehr viel Naturwissen und so bereitete sie fuer uns sofort einen Tee aus irgendwelchen Krautern als sie hoerte, dass Elli und Alex zur Zeit etwas Probleme mit dem Magen hatten. Generell wurden wir rundum die Uhr bestens versorgt. Susi freute sich, dass hier mal wieder was los ist, und der kleine Salvador, der in Lushoto (wo Susi studierte) meist krank und trotzig war, lebt hier so richtig auf.

Sacherl von Susis Familie
Sacherl von Susis Familie
Susi, Salvador, Susis Mama und Wir
Susi, Salvador, Susis Mama und Wir

Ein sehr schoener Aufenthalt und Start fuer Elli der noch gekroent wurde, als uns Susis Mama ein Huhn schenkte. Wir sollten es jedoch selbst schlachten…. Da wir uns das allesamt nicht zutrauten wurde Susi’s Cousin gefragt, ob er das nicht fuer uns erledigen koennte. War das Huhn jedoch einmal tot, uebernahmen wir den Rest der Arbeit, und Susi zeigte uns genau wie man so ein Huhn am besten verwerten kann und erklaerte uns die einzelnen Gedaerme usw. Wir entschieden uns das Huhn zu grillen, einige der Gedaerme zu frittieren und Reis dazu zu kochen. Wenn man das Feuerholz selbst sammeln muss bevor man ein Lagerfeuer machen kann auf dem dann sowohl gegrillt als auch gekocht wird, ist so ein Huhn zuzubereiten ein ganzer Tag Arbeit! Aber es war ganz bestimmt das beste Huhn das ich je gegessen habe!

das Huhn wird geschlachtet.....
das Huhn wird geschlachtet.....
...und gegrillt
...und gegrillt
die Maedels beim Bohnen ausloesen
die Maedels beim Bohnen ausloesen

Nach 3 Tagen bei Susi geht unsere Reise weiter in Richtung Arusha-Stadt, da David unser 2. Freund vom South-Beach in Dar jetzt hier wohnt. David, dem wir auch erst ca. 5 Tage bevor wir hier eintrafen von unserer Ankunft bescheid sagten holte uns von einem Restaurant ab, und die Freude war riesengross! Alex und David hatten sich so viel zu erzaehlen, dass sie Elli und mich auf dem Nachhauseweg mehrmals fast “verloren” haetten da sie in ihr Gespraech vertieft so schnell gingen, dass wir ihnen nicht nachkamen. Und es war tatsaechlich verrueckt. Bei David ist’s noch faszinierender als bei Mau. Trotzdem, dass wir so verschieden erzogen und aufgewachsen sind, steht der 22-jaehrige genau vor der selben Herausforderung wie Alex und ich zur Zeit. Eigentlich wollen wir alle nicht mehr wirklich ins Hamsterrad des Materialistischen Systems einsteigen, sondern ein simples Leben, indem wir unsere Lebensmittel grossteils selbst erzeugen und viel Zeit zu Hause bei unseren Liebsten verbringen koennen. Leider siehts jedoch sowohl fuer uns als auch fuer David so aus, dass wir so einen Platz wo wir so leben koennten noch nicht besitzen und den nur mit Geld erwerben koennen, und somit vorher wieder arbeiten muessen, sollen, wollen um uns nachher unseren Traum erfuellen zu koennen…. Gleiche Einstellungen und gleiche Herausforderungen in verschiedenen Welten geben viel Gespraechsstoff und vor allem viel Freude und so geniessen wir jede Minute mit David!

am Markt in Arusha
am Markt in Arusha

Alex wollte unbedingt einen Stamm namens Hansabe besuchen, der hier, nicht allzuweit von Arusha entfernt, (zumindest auf der Landkarte…), lebt, und von dem uns Herta und Werner schon erzaehlt haben. Dieser nur noch aus ca. 4000 Menschen bestehende Stamm lebt bis heute nahezu unberuehrt von der entwickelten Welt. Die Stammesangehoerigen leben in Hoehlen und ernaehren sich mit Jagd durch Pfeil und Bogen. Mehrere versuche der Regierung sie zu zivilisieren sind fehlgeschlagen. Wir waren alle, samt David, einverstanden und begeistert und beschlossen uns gleich morgen auf den Weg dorthin zu machen!


Mit unserem 1. Minibus hatten wir nicht wirklich grosses Glueck. 3 Mal mussten wir stehen bleiben und der Bus wurde notduerftig repariert bzw. das Kuehlerwasser aufgefuellt. Nach 4-5 Stunden fuer 140km kamen wir dann endlich in Karatu an von wo aus wir ein Allradtaxi nach Mbulu, weitere 50km entfernt nehmen mussten.

3mal Panne
3mal Panne

In diesem lernten wir einen Pfarrer kennen, der uns nach dieser Fahrt unbedingt zum Essen und nachher fuer eine Uebernachtung einladen wollte. Nachdem wir das Essen verspeist hatten mussten wire s ploetzlich doch selbst bezahlen, waehrend sich der Pfarrer mit seinen Freunden vollaufen liess. Auch der Zimmerpreis in der Dioezese wurde bekanntgegeben….. Naja, nichts ist umsonst im Leben. Da sich Elli die Kirche und Dioezese gerne ansehen wollte, stimmten wir trotzdem zu mit dem Pfarrer noch die wenigen Kilometer mitzufahren…

wie so oft: mit Abstand das groesste Gebaeude in der Region
wie so oft: mit Abstand das groesste Gebaeude in der Region

Am naechsten Tag ueberwaeltigt von dieser riiiieeessen Kirche und kirchlichen Infrastruktur (Bischofshaus, Schwesternhaus, eigene Kapelle fuer die Schwestern,….) fuehrte unser Weg wieder zurueck ins Dorf, um dort mit dem Buergermeister zu sprechen, da wir hoerten, dass wir eine extra Erlaubnis braeuchten um die Hansabe zu besuchen.

Der Besuch beim Gemeindeamt und Buergermeister war ausgesprochen nett, jedoch mit Sicherheit nicht wirklich notwendig, und so steht uns nun nichts mehr im Wege endlich zu den Hansabe zu reisen

Wir fuhren mit einem Oeffi zum letzten Dorf vor dem Busch um uns dort ein Motorrad zu den Hansabe zu nehmen. Doch was wir hoerten war niederschmetternd. Die Hansabe sind noch ca. 40 km entfernt, es faehrt kein Motorrad dort hin. Wir koennten uns nur ein Auto nehmen und das kostet einen Haufen Geld, oder eben zu Fuss laufen…

Nach langem hin und her ueberlegen entschieden wir uns, die Hansabe doch nicht zu besuchen. Es braeuchte zu viel Zeit und Geld und wenn Elli noch einen Nationalpark besuchen moechte sparen wir uns besser beides…. Also machten wir uns wieder auf den Weg zurueck mit der Einstellung das es trotzdem ein netter Ausflug zu 4t gewesen ist!

Auf dem Rueckweg erwischten wir schon wieder ein ziemlich kaputtes Auto, und Alex rieb sich schon die Haende und freute sich, endlich wieder in Afrika an Autos schrauben zu duerfen! Dass der Fahrer dieses Autos ein ehemaliger Olympiateilnehmer im Speerwerfen war, erfuhren wir erst nachdem Alex sein Auto notduerftig fahrtuechtig gemacht hatte um unser naechstes Ziel zu erreichen. Zak oder Babu wie ihn die meisten hier nennen uebernahm die Kosten fuer unser naechstes luxurioeseres Hotel und lud uns auf einen Drink ein. Er wohnt ganz in der Naehe der Hansabe, und kann uns bestimmt, naechstes Mal wenn wir so einen Besuch starten wollen viel weiterhelfen. Ausserdem kommt er bald nach Europa und uns vielleicht besuchen.

das Kreuzgelenk fiel einfach raus weil es so ausgeschlgen war
das Kreuzgelenk fiel einfach raus weil es so ausgeschlgen war
unsere neue Bekanntschaft Zak
unsere neue Bekanntschaft Zak

Wir fahren die ganze Strecke nach Arusha zurueck und beschlossen unserem Ausflug noch ein wuerdiges Ende zu bereiten indem wir zu 4t in der Wildnis campen und am Lagerfeuer grillen und kochen.

unser Campplatz...
unser Campplatz...
...mit Blick auf MT.Kilimanjaro
...mit Blick auf MT.Kilimanjaro

Nachdem wir noch eine Ziege besorgten um diese Morgen Susi und ihrer Familie zu uebergeben, da wir letztes mal kein wuerdiges Gastgeschenk dabeihatten, suchten wir uns einen ruhigen Platz nicht weit von Susi’s Sacherl entfernt und feierten unseren letzten Abend zu 4t bei leckerem, selbstgekochtem Essen!

wir tauften die Ziege Elli
wir tauften die Ziege Elli

Der Abschied von David fiel uns wirklich schwer. Doch wir sind uns sicher, es war nicht das letzte Mal, dass wir ihn gesehen haben.

Auch von Susi mussten wir uns nach Uebergabe der zufaellig schwangeren Ziege verabschieden bevor wir uns auf den Weg nach Kenia machen!


Liebste Gruesse aus noch Tansania!!


Magdi, Alex und Elli

 


Heimkommen nach Afrika!

10.-20.01.2013 Tansania(Kematen-Arusha)


Nachdem wir uns zu Hause nach anfänglichen Schwierigkeiten wieder halbwegs zurechtfanden, unsere Erlebnisse und dadurch entstandenen neuen Lebenseinstellungen geordnet und unser neues Ziel, nämlich ein kleines Sacherl in unserer Umgebung zu finden in dem wir ein simples, weitgehend selbstversorgendes Leben führen wollen, festgelegt hatten, bekommen wir die Chance, nochmals kurz "Hallo!" zu Afrika zu sagen!

Tanja und Jesper, 1 Deutsche und ein Daene, die wir in Äthiopien kennen lernten, wollen im Februar in Kenia heiraten und haben uns dazu eingeladen. Kurzerhand beschlossen wir die Gelegenheit zu nutzen um unsere afrikanischen Freunde in Tansania, Kenia und Äthiopien zu besuchen.


Flughafen Muenchen
Flughafen Muenchen


Am 10.1.2013 gehts los. Zuerst mit dem Zug nach München, dann ein Flugzeug nach Kairo und von Kairo nach Daressalam. Schon ein komisches Gefühl in 24h eine Strecke zurückgelegt zu haben, für die man das letzte Mal 1 Jahr benötigt hat. Ein grundsätzliches Gefühl von "zu Hause" zu sein kommt in uns auf, obwohl auch wir uns hier erst wieder an einiges gewöhnen müssen und vor allem ohne unseren geliebten Sheego wird schon der Transport von der Innenstadt zum South-Beach eine   kleine Herausforderung. Nach insgesamt 30h endlich dort angekommen fielen wir k.o. in unser Bett des kleinen lokalen Hotels Paradise. Am Southbeach in Dar durften wir gleich 2 unserer besten afrikanischen Freunde kennenlernen. 2011 Mau gemeinsam mit unseren Eltern und 2012 beim nach Hause fahren lief uns David ueber den Weg. Da sich aber keiner der beiden zur Zeit hier in Daressalam befindet beschlossen wir  nach 2 Tagen Akklimatisierung nach Lushoto aufzubrechen um Mau zu überraschen der jetzt dort studiert.

Paradise Hotel in Dar
Paradise Hotel in Dar


Nach einer weiteren Nacht in Dar in der Nähe des Busbahnhofs war es an der Zeit selbst einen der großen öffentlichen Reisebusse hier in Afrika zu betreten, über deren gefährlichen Fahrstil und Ueberholmanöver wir schon oft auf unserer letzten Reise gesprochen hatten. Und es war sogar noch schlimmer als wir uns vorgestellt hatten.... Alex kam fast um vor Angst und schwor sich, hier in Afrika nie nie wieder in so einen großen Bus einzusteigen und lieber mit kleineren Bussen kürzere Strecken zurückzulegen. Das wird evtl. schwierig bei den Distanzen die wir mit Öffis zurücklegen wollen, aber besser als anders! Man muss wissen, das hier auf Afrikas Straßen die Jungle-Rule regiert. Das heißt, der größere hat Vorrang! Daraus kann man dann auch schließen, dass Fahrer der großen Busse viel weniger aufmerksam fahren müssen, als welche der kleinen Minibusse oder Autos......

5 uhr morgens am Busbahnhof in Dar
5 uhr morgens am Busbahnhof in Dar

Naja, nichts desto trotz sind wir unversehrt mittags in Lushoto angekommen und schnurstracks zu Maus Wohnung marschiert. Leider konnten wir ihn hier nicht auffinden, doch ein Nachbar und Freund erklärte uns, dass er sich ein Dorf weiter befindet, weil er dort schon wieder ein neues Business aufgemacht hatte. Also, auf gehts nach Lukozi!

Gerade dort angekommen fanden wir Mau neben dem einzigen Sab-woofer des Dorfes an einem PC sitzen und ganz viele Leute um ihn herum! Als er uns entdeckte gabs zuerst Mal ein Riesenhallo und ein vollkommen ungläubiges Gesicht seinerseits!! Die Überraschung war mehr als gelungen!!

Mau hat sich ein Musikprogramm zugelegt mit dem er Lieder auf Handys laden kann, und seine neue Geschäftsidee läuft hier ganz gut. Er möchte sich noch ein paar Ladegeräte und sonstiges zulegen um noch mehr Services anbieten zu können. - Typisch Mau, unglaublich was ihm immer alles einfällt!

Mau's Musikshop
Mau's Musikshop

Abends fahren wir wieder zu Maus Wohnung zurück und kochen und quatschen bis spät in die Nacht hinein. Wir verbrachten einige Tage mit Mau, und genossen es bei einem wirklich guten Freund zu sein, der zwar in eine ganz andere Kultur eingebettet ist als wir, doch es fuehlt sich bei ihm trotzdem an, als wuerden wir uns schon von Klein auf kennen. Wir sprachen ueber Gott und die Welt und freuten uns immer wieder wie sehr sich unsere Einstellungen aehneln! Wir lernen auch gerne weiterhin gegenseitig voneinander und so kochte Mau mit uns gemeinsam Mandazi (typische afrikanische Suessspeise) und wir mit ihm Bauernkrapfen, Ringlottenknoedel, Marmelade und Palatschinken. Obwohl sich unser Lebensstil schon sehr dem afrikanischen angenaehert hat, gibt es trotzdem noch immer Sachen die uns hier faszinieren oder zum Lachen bringen. So stand Mau 2 Tage nach Universitaetsbeginn ungefaehr um 10:00 vormittags vor einem riesen Stundenplan der in der Uni angebracht war, starrte 5 Minuten wortlos darauf und fragte uns dann etwas verlegen welchen Wochentag wir heute haetten… Da die Lehrer hier anscheinend nicht merkbar mehr motiviert waren kamen wir dann ca. 1 Stunde spaeter drauf, dass alle Stunden die Mau heute haette ausfielen, weil die Lehrer krank oder noch nicht da sind…

Wasser holen vom Bach
Wasser holen vom Bach
die Studentenkueche
die Studentenkueche
was so eine Kueche alles hergibt
was so eine Kueche alles hergibt
diese Chameleonart gibts nur hier
diese Chameleonart gibts nur hier
Kartenspielen am Wasserfall mit unserem Freund Mau
Kartenspielen am Wasserfall mit unserem Freund Mau

Wir durften auch bei Mau’s Umzug zusehen, da er jetzt von seinem Dorf nach Lukozi, wo er sein business startete zieht. Auch diesen Ablauf konnten wir kaum fassen! Brauchen wir in Europa einen Umzugslastwagen, mit dem wir 2-3 Mal fahren muessen, reicht hier in Afrika ein Motorrad mit Ladeflaeche hinten drauf um Maus Hab und Gut von A nach B zu transportieren. Man muss auch nicht unbedingt beim uebersiedeln des eigenen Zeugs dabei sein, wie uns Mau zeigte. Nein, er gab einfach dem Fahrer bescheid wo er sein Zeugs abladen soll, und bat seinen zukuenftigen Nachbarn seinen kompletten Besitz doch bitte in seine neue Wohnung zu raeumen. Der Motorradfahrer war auch nicht wirklich Meister der Ladesicherung, doch auch das liess Mau ganz kalt und mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht winkte er dem Fahrer der nun ueber Stock und Stein und eine kleine “Holzbruecke” wenn man die paar Bretter so nennen darf wackelte, waehrend Alex und ich kaum hinsehen konnten!


Es ist doch auch schoen die kleinen Unterschiede unserer Kulturen geniessen zu koennen!

Umzugstransporter
Umzugstransporter

Nach ca. 1 Woche muessen wir uns leider wieder von Mau verabschieden, da Elli bald am Kilimanjaro-Airport (ca. 250km von hier) eintrifft und wir sie nicht warten lassen wollen.


Schweren Herzens und allesamt mit Traenen in den Augen mussten wir wieder “Kwaheri” auf unbestimmte Zeit zu Mau sagen. Bevor wir diesmal mit kleinen Bussen Richtung Arusha starteten.


Liebste Gruesse aus Tansania!!

 

Magdi und Alex

 


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